
6. Kustodenwohnung
Das Paramenten-Museum
Im unteren Teil der Kustodenwohnung befindet sich eine Sammlung von Paramenten, die zu den wertvollsten Schätzen altchristlicher Paramentik gehört. Sie stammen aus dem Kloster des hl. Elias und gingen nach dessen Aufhebung (1258) an die Pfarrei über.
- 12 Kaseln (12.-14. Jh.): eine weisse Kasel übertrifft mit ihren Ausmassen alle sonst bekannten Messgewänder (hinten: 184 cm, Seite 130 cm, vorn 150 cm).
- 7 Alben (12. Jh.): bedeutend wegen Schnitt und Länge (170-195 cm). Es gibt verhältnismässig wenige Kaseln aus dieser Zeit. Das Material ist grobes Leinen ohne Schmuck.
Diese Sammlung ist äusserst aufschlussreich für die Entwicklung des Schnittes.
- 3 Tunicellen (13.-14. Jh.): eine Tunicella aus blauem Seidenrips fällt auf durch ihre Länge (140 cm) und geringe Ärmelweite (nur 24 cm). Unten befindet sich ein Parurenbesatz mit Adlermuster.
- 2 Mitren (12.-13. Jh.): Masse: 29x23 cm. Die reich geschmückte Mitra hat einen vertikalen und einen horizontalen Besatz aus Goldfransen mit Seidenstickerei in Grün, Blau und Rot.
- 2 Paar Pontifikalsandalen (12. Jh. - Sizilien): trotz der starken Beschädigung ist auf dem 1. Paar ein mit blauer Seide überzogenes Oberleder zu sehen. Auf dem Vorderteil bilden vergoldete Lederriemchen ein Ornament, mit Silberplättchen besetzt.
Beim 2. Paar, innen mit rotem Leder, ist eine Spur von Grünfärbung noch zu erkennen, während Rankenwerk aus Goldleder mit Seidenfäden abgeheftet ist. Die sarazenischen Schriftzeichen beweisen, dass Pont. Sand. bei diesen Völkern in Brauch waren.
- 1 Kästchen (13. Jh.): aus Holz, ganz mit Metallblatt überzogen. Eingearbeitet sind bunte Steine u. Löwenmuster. Sarazenischen Ursprungs.
- 1 Antipendium (16. Jh.).
- 1 Stück Paramentenstickerei orientalischer Herkunft.


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